Fuxenbummel, der Zweite             (WS 2002)

Gerade mal ein volles Semester war vergangen, als der Fuxmajor der Landsmannschaft Badenia Mittweida zu Ulm bereits zum nächsten Fuxenbummel blies.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ganz das Format des Reaktivierungs-Fuxenbummels vom Dez. 2001 konnte er zugegebenermaßen nicht haben, der zweite Fuxenbummel nach der Reaktivierung der  Badenia. Aber genau das war auch gar nicht beabsichtigt.

Es war sicher kein Zufall, daß es diesmal nach München ging, ist doch der Fuxmajor ein gebürtiger Münchner, wenn auch sein Dialekt unmittelbar südlich der Ulmer Donaubrücken anzusiedeln ist, aber eben immerhin in Bayern. Und daß genau an diesem Tage auch noch das Münchner Oktoberfest eröffnet werden sollte ist ebenso bezeichnend.

Wie schon beim Fuxenbummel 1 standen die beiden AH’s Tschikago und Alarich wieder mit auf  der Matte. Und so war uns der Segen des MSC (Tschikago, MSCX) abermals sicher.

Bislang habe ich mich immer gefragt, was denn die Jungs so alles in ihren Rucksäcken haben könnten, ein Handy, einen MP3-Player, eine Cola-Dose vielleicht? Weit gefehlt: Partyfässer schleppen sie mit sich herum und Bier- und Radlerdosen. Jedenfalls muß das wenigstens der FM so angeordnet haben. Insofern waren wir also fürs erste wiederum vollkommen „stoff-autark“, und es konnte losgehen.

So ließ auch –gleich nachdem wir uns im Zugabteil etabliert hatten – der „Anstich“ nicht mehr lange auf sich warten. Und weit weniger zaghaft als noch auf dem Fuxenbummel1 erscholl alsbald das erste ‚fiducit’.

 Nach einem kurzen (Umsteige-) Aufenthalt in Augsburg bzw. insgesamt 1 ½ Stunden hatten wir unser Ziel erreicht.

Der FM führte uns dann durch die Innenstadt schnurstracks auf den Münchner Viktualienmarkt. Er hatte offenbar bemerkt, daß ein allgemeiner Bedarf an „Viktualien“ bestand.

Also nahmen wir dort solche in Form von Weißwürsten mit Brezel zu uns. Das Fäßchen lag schon in den letzten Zügen und konnte gerade noch unseren Flüssigkeitsbedarf an Ort und Stelle decken, was wohl die Fuxenkasse mit einem Erleichterungsseufzer zur Kenntnis nahm. Erleichtert waren wir wohl auch alle, daß uns keine strafenden Blicke trafen, wenn wir den dort natürlich ebenfalls angebotenen, bayerischen Soff (zunächst noch) verschmähten.

Solchermaßen gestärkt, mischten wir uns unter eine große, gaffende Menschenmenge , um das berühmte Glockenspiel am Münchner Rathaus mitzuerleben.

Anm.d.Red.: Badenen „gaffen“ natürlich keineswegs, sondern hören und sehen einfach nur interessiert und kultiviert zu, was natürlich einmal mehr die allseits bekannte Ausnahme von der Regel bestätigt.

Weil das Münchner Hofbräuhaus ja sozusagen „fast“ am Wege lag, kamen wir nicht umhin, auch dort noch einen kurzen Besuch abzustatten. Das bot uns gleichzeitig die Möglichkeit, vorsichtig den ersten bayerischen Stoff zu testen.

Zuvor, auf dem Weg dorthin, kamen wir an einem Souvenier-Laden vorbei, in dem Bulli keck und allen Ernstes nach dem Preis eines mannshohen Deckelkruges fragte. Wie er es schaffen wollte, alleine aus diesem Gemäß des Inhalts von ca. 5...7 ausgewachsenen Putzeimern zu trinken, hat er uns allerdings nicht verraten. Er muß sich aber offenbar der Unterstützung seines FM bzgl. Hilfestellung durch ein paar kräftige Fuxen ziemlich sicher gewesen sein.

Damit auch niemand zu sagen wage, die Badenen seien „Kulturbanausen“ und hielten sich von allen bedeutenden kulturellen Ereignissen fern, – und beim Münchner Oktoberfest handelt  es sich ja zweifelsohne  um ein solches -  machten wir uns also mit der U-Bahn auf den Weg dorthin.

Wir trafen dort den Fbr Pille von der NTV Alt Trauchburg zu Isny - in bayerischer „Vollwichs“, versteht sich.

Wir trafen dort den Fbr Holfelder von der L! Concordia zu Ulm.

Wir trafen dort mehrere Angehörige einer Wiener Studentenverbindung.

Was wir aber leider nicht trafen, war jemand, der uns ein Bier verkaufen wollte. Auf dem Oktoberfest! NOTA BENE !

Weil aber den wachsamen Augen der Badenen-Aktivitas so schnell nichts entgeht, konnten wir schließlich doch noch ein paar Stehplätze – wenn auch in einer etwas abgelegenen „Weißbier-Tränke“ - ergattern.

Comment herrscht bei den Badenen ja bekanntlich, sobald mehr als zwei bierehrliche Badenen-Burschen zusammentreffen. Insofern ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß nach nicht allzu langer Zeit bereits 3 (!) Bierjungen ausgetragen waren.

Dabei ließ man es dann auch bewenden, und man zog sich wieder in die Innenstadt zurück. Es war Zeit, sich wieder um das leibliche Wohl in Form von Nahrung festerer Konsistenz zu kümmern. Die Gelegenheit hierzu bot sich im „Franziskaner“, wo dann so manche Schweinshaxe den Weg alles Irdischen ging.

Danach machten wir uns wieder auf in Richtung Bahnhof.

Übrigens:

Der Aktiven X Bulli kennt den kürzesten Weg vom Karlstor zum Bahnhof. Dieser führt mitten durch einen Brunnen zwischen Karlstor und Stachus. Daß dieser Weg (Luftlinie Karlstor-Bahnhof) nicht nur in der Theorie existiert, hat uns Bulli eindrucksvoll vorgeführt.

Böse Zungen behaupten ja, der Fuxmajor habe nur deswegen Vollcouleur angeordnet, damit man bei einem evtl. „Verlustiggehen“ eines Bundesbruders die Passanten nach einer schwankenden Gestalt mit einer gelben Mütze auf dem Kopfe fragen könne.

 Dem ist aber offenbar doch nicht so, denn alles verlief –wie immer bei Badenia- locker aber letztlich doch diszipliniert.

Fazit: Ein wiederum gelungener Fuxenbummel von einer Art, wie ich meiner lieben Badenia noch viele weitere wünsche.

Alarich Z!